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Ich habe viele Jahre überlegt mich selbstständig zu machen. Die brennendsten Fragen, die dabei immer im Vordergrund standen, waren:

Woher bekomme ich meine Kunden?
Geht sich das ganze auch finanziell aus?

Was ich nach ca. 2 Jahren sagen kann, ja das sind wichtige Fragen aber du wirst bald merken:
a) Es gibt viel mehr und auch viel wichtigere Fragen und Entscheidungen zu bewältigen.
b) Die Antwort auf die Fragen kann man nur durch ausprobieren herausfinden.

Nun ja, eine der größten Hürden am Anfang ist, seine eigene Angst zu überwinden. Ich habe mit der Zeit realisiert, dass die Wahrscheinlichkeit sein Baby (das Startup) an die Wand zu fahren genauso groß ist, wie die Wahrscheinlichkeit, dass mein Arbeitgeber Konkurs anmeldet, ich gekündigt werde oder what so ever.

Um genau zu sein, hat man bei seinem eigenen Unternehmen sogar noch mehr Möglichkeiten. Man kann das Ruder selbst in die Hand nehmen, man ist im Fall der Fälle wenigstens Kapitän auf der Titanic und nicht nur Passagier. Somit bedeutet das aber auch, man muss selbst Verantwortung für sein Handeln übernehmen und sich im Zweifel eingestehen, dass man selbst Schuld ist wenn das Boot dann in den Fluten versinkt.

Office Sektor 5

Wer mit Fehlschlägen und Existenzängsten nicht gut umgehen kann, sollte besser kein Startup gründen, denn gerade am Anfang gibt's einen ganzen Haufen davon, Kunden zahlen nicht oder bleiben ganz aus, Buchhaltung und Versicherung treiben einen in den Wahnsinn, Wochenenden nimmt man nur noch wahr, weil man am Sonntag beim Brötchenkauf plötzlich vor verschlossenen Supermarkttüren steht und die liebe Familie steht einem auch noch kritisch gegenüber.

Hätte ich von Freunden oder der Familie jedes Mal einen Euro bekommen für Fragen wie: "Warum machst du das eigentlich?" oder "Warum suchst du dir nicht lieber einen Job, zumindest halbtags..." - ich bräuchte keine Kunden mehr.

Ich für meinen Teil kann sagen, ich glaube nicht, dass ich schon über den Berg bin, die größten Hürden liegen vermutlich noch vor mir, aber ich habe einiges über mich, meine Freunde und mein Leben gelernt.

Da man aber scheinbar die ganzen Fehler selber machen muss, versuch ich mich mit guten Ratschlägen zurückzuhalten!

Würde ich es wieder machen?

Ja klar!!!

Was würde ich anders machen?

So manches.

Es gibt einige Dinge, die ich falsch eingeschätzt habe. Das Verhältnis von administrativen Tätigkeiten (Buchhaltung, Kundenaquise/betreung, Marketing) zur eigentlichen Tätigkeit (Entwicklung/Programmierung) zum Beispiel.

Und - weil ich es eben doch nicht lassen kann - doch noch ein paar Tipps am Ende: Solltest du mit dem Gedanken spielen dich selbstständig zu machen, such dir Mitstreiter, versuch nicht jeden Menschen als deinen Kunden zu sehen, spezialisier' dich, sei Kritik gegenüber offen aber lass dich nicht verunsichern, triff Leidensgenossen, geh in ein Co-Workingspace oder auf Meetups.

An dieser Stelle auch nochmal Danke an den Sektor 5 (Co-Workingspace) in Wien, ich habe hier einen Ort gefunden, an dem ich mich austauschen kann, an dem man Ideen teilt und ausprobiert, neue Menschen kennenlernt und gemeinsam eine tolle Zeit verbringt. DANKE!


Happy Hacking,

Andreas



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:D wusste gar nicht das dir so viele empfohlen haben das du auf teilzeit umstellen sollst :D
find den artikel gelungen.