Vorratsdatenspeicherung, DNS Blocklisten und andere Wahrnehmungsstoerungen 

Generell begrüße ich die Idee das Internet sicherer zu machen, es gibt
viel fragwürdiges Material im Internet, sei es Kinderpornographie,
Rechtsextremismus oder Schadsoftware, doch ich denke nicht, dass der Zweck alle Mittel heiligt.
Man sollte doch stark differenzieren.

Die Tendenz geht immer mehr in eine Richtung die mich persönlich
betrifft, ohne dass ich es direkt bemerke und ohne dass ich jemanden etwas böses
will.

Es hat alles mit dem Deckmantel der Terrorbekämpfung angefangen, ging
weiter mit der Vorratsdatenspeicherung und nun auch noch die DNS Blocklisten...

Zitat:
Wer die Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen, wird am Ende beides
verlieren. Benjamin Franklin


Ich persönlich fühle mich in meiner Freiheit sagen wir zumindest
eingeschränkt, da ich jederzeit damit rechnen
muss, überwacht zu werden.
Das klingt etwas paranoid, tatsächlich werden wir aber jeden Tag überwacht,
sei es in der U-Bahn, am Telefon oder beim eMail schreiben...

Wenn ich zum Beispiel eine Recherche im Internet über den Nationalsozialismus
mache, oder meine Freundin am Telefon anrufe, werden meine Daten gesammelt,
verknüpft und von einer Maschine interpretiert.

Datamining heisst das Zauberwort.
Es ist leider in unser Technologie Gesellschaft sehr leicht möglich
persönliche Profile mit wenigen Mausklicks zu erstellen, leider
sind solche Programme relativ dumm (ich weiss das, da ich vergleichbare
Anwendungen programmiere).
Sie nehmen, sagen wir drei Parameter: Wohnort, Alter und Geschlecht und
leiten davon Ihre Lebenserwartung, das durchschnittliche Einkommen und ihre Bonität
ab.

Ein Mobilfunkbetreiber, dessen Namen ich nicht nennen möchte, hat ein
vergleichbares Programm, so kann es sein, dass Sie keinen Handyvertrag bekommen wenn
sie in der falschen Gegend wohnen, da in ihrem Umfeld oder ihr Vormieter die Rechnungen nicht zahlte.

Ich will damit sagen das solche Programme wenig nutzen für die
Gesellschaft bringen, vergleichbar aber enorm fehleranfällig und teuer sind.

Nun werden solche Programme nicht nur von Unternehmen sonder auch vom
Staat benutzt,
die Frage die sich mir dabei stellt, mit welchem Recht hat der Staat die
Befugnisse erhalten soviel über mich zu erfahren ??
Was ist mit dem Fernmeldegeheimnis passiert ?
Ist uns unsere Privatssphäre nicht mehr wichtig ?


Eine DNS Sperre kann nicht ausreichen, da diese den fragwürdigen Inhalt
nicht aus dem Internet verbannt sondern nur eine Art Vorhang für ein bestimmtes Publikum darstellt.

Da ist die bisherige Lösung, das ein Gericht entscheidet, ob eine Seite
wirklich vom Netz geht oder nicht, meines erachtens nach besser.

Ebenso wird keine DNS Sperre Gewalt oder sexuellen Missbrauch an Kindern
verhindern oder unterbinden.

Ich vermute eher dass es in einer Welt wo andere entscheiden was ich sehen
darf und was nicht, schwerer wird sich selbst ein Urteil zu bilden.


https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;sa=details;petition=3860 -Die Petition gegen Internetsperren
http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/16/128/1612850.pdf -Der Gesetzentwurf zu den Internetsperren

2009-05-28 16:24:57

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Vorratsdatenspeicherung 

Freedom Not Fear 2008

Freiheit statt Angst

2008-08-24 19:15:32

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Gesichtserkennung 

Hallo,

ich habe am späten Abend noch etwas mit Gesichtserkennung gespielt und möchte euch die ersten Ergebnisse nicht vorenthalten.

Sie sind zwar noch nicht 100 % ausgereift, aber für low level hardware (20 euro webcam) zufriedenstellend. Aber genug der geschriebenen Worte, hier ein kleiner Screencast->

Ich werde euch natürlich auf dem laufenden halten, wenn das ganze Projekt etwas ausgereifter ist.

[UPDATE]

Nach einigen Tests ist es mir gelungen die Gesichtserkennung in realtime durchzuführen, sprich ohne das lästige Flackern. Ziel der Aktion soll sein, im Rahmen einer Kunstaktion, Menschen auf einem öffentlichen Platz zu erkennen, eine Sprechblase über Ihren Kopf zu hinterlegen (mit Texten wie Raubkopierer etc) um auf die Misstände der Vorratsdatenspeicherung aufmerksam zu machen und die Öffentlichkeit darüber zu informieren.


Zur verwendeten Software:

Ubuntu

camstream

OpenCV

Für weitere Fragen stehe ich gerne zur Verfügung.

MFG

Andreas

Quellen:

http://opencvlibrary.sourceforge.net/

http://code.google.com/p/ehci/

2008-08-07 03:58:02

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Vorratsdatenspeicherung oder das Ende der Unschuldsvermutung 

Hallo,

aus gegebenem Anlass habe ich mir überlegt ein wenig über die Vorratsdatenspeicherung zu schreiben. Einerseits weil hier scheinbar noch grosser Aufklärungsbedarf herrscht und andererseits weil ich gerade von einer Versamlung aus dem Metalab komme, wo über die Vorbereitung zur Demo (am 11 Okt) und die nächsten Schritte diskutiert wurde.

Ich habe ja nichts zu verbergen?

Eigentlich kann ich diese Aussage schon nicht mehr hören, leider ist es jedoch eine Haltung, die die meisten Leute hier in Österreich vertreten. Grundsätzlich stimmt die Aussage auch, denkt man die Sache aber zu Ende sieht es schon etwas anders aus. Mit dem Umkehrsschluss kann sich wohl keiner anfreunden. Wer gibt schon gerne alles von sich Preis?

Ich selber habe generell auch nichts zu verbergen, möchte jedoch selbst entscheiden wer welche Daten bekommt und wer nicht. Zum Beispiel möchte ich nicht, dass mein potenzieller neuer Chef weiss, welchen Kontostand ich habe, oder dass meine Krankenkasse beschliesst meine Beiträge zu erhöhen, da sie über meine Kreditkarte festgestellt haben, dass ich mich zu ungesund ernähre, ebenso wenig dass es möglich ist, dass Firmen ein gesamtes Profil von mir erstellen können was über die Kontaktadresse hinausgeht.

Was ist so schlimm an der Vorratsdatenspeicherung?

Ein einzelner gespeicherter Eintrag ist ja nicht schlimm, dort 'ne Adresse, da die Arztrechnung und hier die Telefonanrufe, alles nicht so tragisch. Doch die Vernetzung dieser Daten ermöglicht eine komplette Überwachung. Und gespeichert werden Daten überall, auch in Bereichen, wo man es sonst weniger vermuten würde. Das alles sind die schönen neuen Möglichkeiten der Überwachung. In der Regel sind Menschen die die Überwachung antreiben, Menschen die etwas verbergen möchten.

Daher fordere ich auf mit personenspezifischen Daten sensibler umzugehen und nicht jede neue Überwachungsaktion unter dem Deckmantel "Terrorabwehr" zu tolerieren.

Ich möchte hier ausserdem auf das nächste Treffen zum Thema im Metalab Wien hinweisen:

Mi 06.08.2008 gegen 20 Uhr

Sowie die europaweite Demonstration "Freedom Not Fear" am 11. Oktober

Ausserdem eine etwas ältere Fernsehendiskussion zum Thema:


Quelle:

http://www.vorratsdatenspeicherung.de/

http://wiki.vorratsdatenspeicherung.de/Freedom_Not_Fear_2008

2008-07-24 00:57:49

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